Populäre Irrtümer aufgeklärt 5 Stromsparmythen im Faktencheck

Beim Thema Energiesparen besteht vielerorts Unwissen. Wir nehmen fünf populäre Stromsparmythen unter die Lupe.

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Populäre Irrtümer aufgeklärt - 5 Stromsparmythen im Faktencheck

Die Preise für Strom bewegen sich gegenwärtig auf Rekordniveau, und ein Ende der heiklen Marktsituation ist nicht in Sicht. Besonders in solchen Zeiten wollen Konsumenten ihren Energieverbrauch minimieren, um den eigenen Geldbeutel zu entlasten.

Doch wie geht das am besten? Dass man das Licht nicht unnötig brennen lassen sollte, ist offensichtlich und in jedem Haushalt bekannt. Abgesehen davon besteht vielerorts aber viel Unsicherheit darüber, welche Maßnahmen tatsächlich wirkungsvoll beim Stromsparen sind, und gerade Halbwissen kann manchmal sogar dazu führen, dass man mehr Energie verbraucht als zuvor.

Zeit also, Licht ins Dunkel zu bringen! Wir stellen Ihnen fünf verbreitete Stromsparmythen vor – und sagen Ihnen, was Sie stattdessen tun sollten.

Mythos 1: Im Standby-Modus wird kein Strom verbraucht

Ein Elektrogerät muss man nicht ganz ausschalten, schließlich gibt es doch den Standby-Modus – so denken viele. Doch weit gefehlt! Egal ob Computer, Fernseher oder Kaffeemaschine, sie alle verbrauchen auch im Standby-Modus weiterhin Strom. Natürlich spricht nichts dagegen, etwa den Rechner während einer kurzen Essenspause im Ruhemodus zu lassen. Doch sobald ein Gerät für längere Zeit nicht benötigt wird, sollte es gänzlich vom Netz genommen werden.

Es ist aber nicht nötig, wahllos sämtliche Stecker aus der Steckdose zu ziehen. Neuere Geräte haben gemäß EU-Vorgabe etwa ohnehin nur noch eine maximale Standby-Leistung von 0,5 Watt. Davon ausgenommen sind aber Geräte, die sich mit einem Netzwerk verbinden. Gerade Drucker, Konsolen oder Smart-TVs sind also auch im Standby-Modus noch echte Stromfresser, und sollten dementsprechend nicht rund um die Uhr in Betrieb sein. Und selbst unscheinbare Ladegeräte sollten nicht die ganze Zeit angeschlossen sein.

Auf Dauer können Verbraucher auf diese Weise viel Strom einsparen. Hierzulande verbrauchen Elektrogeräte jährlich mehr als 10,5 Milliarden kWh Standby-Strom. Das entspricht der Jahresproduktion eines Atomkraftwerks! In Euro ausgedrückt bedeutet das bei Strompreisen weit jenseits der 30 ct/kWh: Haushalte geben in Deutschland für Standby-Geräte jede Stunde insgesamt mehr als 500.000 Euro aus.

Mythos 2: Volle Kühlschränke verbrauchen mehr Strom

Je voller ein Kühlschrank, desto mehr Energie wird verbraucht. Das klingt auf den ersten Blick logisch, schließlich müssen in diesem Fall mehr Lebensmittel gekühlt werden. Das ist aber ein Trugschluss, in Wirklichkeit ist es genau andersherum!

In der Regel verbrauchen leere Kühlschränke auf lange Sicht tatsächlich etwas mehr Energie als bei vollständiger Befüllung. Hierfür gibt es mehrere Gründe: Einerseits kann in einen leeren Kühlschrank viel Luft eindringen, deren Temperatur dann aufwändig reduziert werden muss. Andererseits „speichern“ gelagerte Lebensmittel Kälte besonders gut, da diese größtenteils aus Wasser bestehen, welches Kälte besser absorbiert als Luft.

Bei der Frage nach dem Für und Wider eines vollen Kühlschranks darf letztlich aber nicht vergessen werden: Der Unterschied ist vergleichsweise gering. Viel entscheidender ist das persönliche Nutzungsverhalten. Um wirklich Energie einzusparen, sollten Sie den Kühlschrank so wenig und kurz wie möglich öffnen, denn eine geöffnete Kühlschranktür bedeutet auch den Einstrom von neuer warmer Luft.

Ebenso sollten Sie keine heißen oder warmen Lebensmittel direkt in den Kühlschrank stellen – warten Sie lieber, bis sich diese zumindest auf Zimmertemperatur abgekühlt haben. So wird weniger Zeit und Energie benötigt, um diese auf 7°C zu bringen. Zuletzt kann es auch helfen, das Gerät an einem kalten Ort aufzustellen, direkt neben dem Backofen hätte der Kühlschrank nämlich deutlich mehr zu tun.

Mythos 3: Eine Eisschicht gehört zur Gefriertruhe dazu

In einer Gefriertruhe herrschen überaus kalte Temperaturen vor, der ideale Wert liegt bei minus 18°C. Ist es daher nicht normal oder gar unvermeidbar, dass sich bei solchen Verhältnissen eine dicke Eisschicht bildet? Dies glauben zwar viele Verbraucher, gewünscht ist das aber keinesfalls! Ganz gleich wie kalt es innerhalb einer Gefriertruhe ist, zu Eisbildung sollte es eigentlich nicht kommen.

Schon bei leichter Vereisung steigt der Energieverbrauch des Geräts laut Herstellerangaben um 10 bis 15 Prozent, in der Praxis handelt es sich am Ende oft gar um ein Plus von 30 Prozent oder mehr. Ein Eispanzer erschwert das Eindringen der Kälte, somit wird eine höhere Leistung für die gleiche Kühlwirkung benötigt. Auf lange Sicht kostet das viel Geld.

Daher sollten Verbraucher ihre Gefriertruhe am besten zumindest einmal, bestenfalls aber sogar mindestens zwei Mal im Jahr abtauen. Das gilt übrigens auch für den Kühlschrank. Spätestens bei einer Eisschicht von über einem Zentimeter sollten Sie nicht länger warten, denn schon dann arbeitet das Gerät nicht mehr mit maximaler Effizienz. Wir empfehlen: Planen Sie beim Abtauen voraus und passen Sie Ihre Einkäufe entsprechend an – diese können im Winter dann natürlich auch einfach auf dem Balkon oder im Garten gelagert werden.

Idealerweise ist das aber nicht nötig, versuchen Sie also, die Bildung einer Eisschicht überhaupt zu verhindern! Hierzu sollten Sie die Tür ihrer Gefriertruhe nicht unnötig lange öffnen und wasserundurchlässige Verpackung für die gelagerten Lebensmittel nutzen. Viele neuartige Geräte haben auch eine No-Frost-Funktion oder zumindest eine Abtauautomatik.

Mythos 4: Stromsparendes Waschen ist nicht sauber

Die schmutzige Wäsche soll blütenweiß wieder aus der Maschine kommen, doch ist dafür auch wirklich ein leistungsstarkes Waschprogramm bei hoher Temperatur nötig?

Früher mag dies tatsächlich nötig gewesen sein, in der heutigen Zeit hat dieser Irrglaube aber keinen Bestand mehr. Moderne Waschmaschinen und Waschmittel können schon bei 30 Grad einwandfreie Ergebnisse erzielen. Ein Waschvorgang bei 95 Grad ist also mittlerweile nicht mehr nötig, und selbst die 60-Grad-Wäsche ist eigentlich nur einmal im Monat angeraten, um Keime in der Maschine abzutöten.

Dadurch kann überaus viel Energie eingespart werden, denn der Großteil des Energieverbrauchs einer Waschmaschine entfällt tatsächlich nicht auf die mechanische Betätigung der Trommel, sondern die Erhitzung des Wassers. Unerheblich ist zudem die Länge des Programms, Kurzprogramme verbrauchen tatsächlich zumeist sogar etwas mehr Energie.

Mythos 5: Elektrogeräte sollen so lange benutzt werden, bis sie kaputt gehen

Gerade größere Geräte wie Kühlschränke oder Waschmaschinen kosten viel Geld. Deswegen wollen Verbraucher diese so lange wie möglich nutzen. Der Grundgedanke ist nicht verkehrt und ist auch aus energietechnischer Perspektive nicht sinnlos, denn die Herstellung eines Elektrogeräts verbraucht extrem viele Ressourcen – ein neuer Fernseher alle zwei Jahre muss also wirklich nicht sein.

Das heißt aber nicht, dass die Nutzungsdauer von veralteten Geräten bis zum Äußersten ausgereizt werden sollte. Diese haben gegenüber neuen Modellen nämlich starke Nachteile in Sachen Energieeffizienz und fressen bei regelmäßiger Nutzung viel Strom und Geld. Der Austausch gegen eine moderne Version kann sich daher schon sehr schnell wieder rentieren, schließlich verbrauchen diese viel weniger Strom – hier lohnt sich dann ein Blick aufs Energielabel.  

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